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Jagdhunde – Wofür brauchen wir sie und welche Jagdhunderassen gibt es?

In diesem Beitrag erfährst Du, wofür Jagdhunde gebraucht werden, welche Arten von Jagdhunden es gibt und welche Jagdhunderassen besonders beliebt sind.

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Redaktion & Qualitätsprüfung

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Kira Janin Baumann
Jagd-Expertin
 

Inhaltsverzeichnis

Treue Begleiter im Revier: Warum Jagdhunde so wichtig sind

Jagdhunde gehören seit Jahrhunderten zur waidgerechten Jagd dazu. Ob Vorstehhund, Schweißhund oder Retriever – jede Jagdhunderasse erfüllt wichtige Aufgaben im Revier. Sie unterstützen uns Jäger bei der Suche nach Wild, bei der Nachsuche verletzter Tiere und beim Apportieren. Ohne gut ausgebildete Jagdhunde wäre eine waidgerechte Jagd in vielen Situationen kaum möglich.

Doch Jagdhund ist nicht gleich Jagdhund. Unterschiedliche Jagdhunderassen wurden für bestimmte Aufgaben gezüchtet. Manche Hunde arbeiten hervorragend im Wasser, andere sind Spezialisten für die Nachsuche oder die Baujagd.


Warum brauchen wir Jagdhunde?

Ein Jagdhund übernimmt viele wichtige Aufgaben im Revier. Vor allem sorgt er dafür, dass die Jagd waidgerecht durchgeführt werden kann.

Besonders wichtig ist die Nachsuche. Wird Wild krankgeschossen und flüchtet, hilft der Hund dabei, das Tier schnell zu finden. So wird unnötiges Leiden vermieden. Mehr über die waidgerechte Nachsuche erfährst Du auch in unserem Beitrag zur Nachsuchenarbeit bei der Jagd.

Auch bei Drückjagden, der Wasserjagd oder der Suche nach Wild im dichten Wald sind Jagdhunde unverzichtbar. Wie eine Drückjagd abläuft und welche Rolle Jagdhunde dabei spielen, kannst Du in unserem Beitrag zur Drückjagd nachlesen.


Aufgaben eines Jagdhundes

  • Aufspüren von Wild

  • Nachsuche von verletztem Wild

  • Apportieren von erlegtem Wild

  • Stöbern im Dickicht

  • Wasserarbeit bei Enten oder anderem Wasserwild

  • Spurarbeit und Fährtenarbeit

  • Unterstützung bei Drückjagden

  • Baujagd auf Fuchs oder Dachs

Jede Jagdhunderasse bringt dabei unterschiedliche Stärken mit.


Welche Jagdhunderassen gibt es?

Jagdhunde werden in verschiedene Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe wurde für spezielle Aufgaben gezüchtet.

Vorstehhunde

Die Vorstehhunde gehören zu den bekanntesten Jagdhunden in Deutschland. Sie suchen Wild und zeigen dem Jäger die Stelle durch sogenanntes „Vorstehen“ an. Sie werden häufig bei Treibjagden, Drückjagden oder bei der Jagd auf Federwild eingesetzt.

Typische Vorstehhunde sind:

  • Deutsch Drahthaar

  • Deutsch Kurzhaar

  • Deutsch Langhaar

  • Weimaraner

  • Kleiner Münsterländer

  • Magyar Vizsla

Vorstehhunde gelten als vielseitige Allrounder und arbeiten sowohl vor als auch nach dem Schuss.

Eigenschaften von Vorstehhunden:

  • intelligente Arbeitsweise

  • hohe Lernbereitschaft

  • gute Nasenleistung

  • vielseitig einsetzbar

Schweißhunde

Schweißhunde sind Spezialisten für die Nachsuche. „Schweiß“ bedeutet in der Jägersprache das Blut des Wildes.

Diese Hunde verfolgen selbst kleinste Spuren über lange Strecken und helfen dabei, verletztes Wild sicher zu finden.

Bekannte Schweißhunderassen:

  • Bayerischer Gebirgsschweißhund

  • Hannoverscher Schweißhund

Ihre hervorragende Nase macht sie für die Jagd besonders wertvoll.

Stöberhunde

Stöberhunde durchsuchen selbstständig dichtes Gelände und treiben Wild aus der Deckung. Sie werden häufig bei Bewegungsjagden und Drückjagden eingesetzt.

Beliebte Stöberhunde:

  • Deutscher Wachtelhund

  • English Springer Spaniel

  • Cocker Spaniel

Diese Hunde arbeiten sehr passioniert und ausdauernd.

Retriever und Apportierhunde

Retriever wurden ursprünglich für die Wasserjagd gezüchtet. Ihre wichtigste Aufgabe ist das Apportieren von Wild.

Besonders bekannte Retriever:

  • Labrador Retriever

  • Golden Retriever

  • Flat Coated Retriever

Viele Retriever eignen sich nicht nur als Jagdhunde, sondern auch hervorragend als Familienhunde.

Terrier und Dackel

Terrier sind mutige und temperamentvolle Jagdhunde. Sie kommen häufig bei der Baujagd zum Einsatz.

Bekannte Terrierarten und Dackel:

  • Deutscher Jagdterrier

  • Foxterrier

  • Parson Russell Terrier

  • Rauhaar-Dackel

  • Kaninchendackel

  • Dackel

  • Zwergdackel

Durch ihre kompakte Größe können sie in Fuchs- oder Dachsbauten arbeiten.

Bracken

Bracken verfolgen Wild über weite Strecken und jagen spurlaut. Das bedeutet, dass sie während der Verfolgung Laut geben.

Bekannte Brackenrassen:

  • Deutsche Bracke

  • Tiroler Bracke

  • Brandlbracke

Vor allem in bergigen Regionen werden Bracken gerne eingesetzt.


Jagdhunde brauchen Ausbildung und Beschäftigung

Ein Jagdhund benötigt konsequente Ausbildung und ausreichend Beschäftigung. Viele Jagdhunderassen besitzen einen starken Arbeitswillen und viel Energie.

Wer einen Jagdhund hält, sollte genügend Zeit für Training, Bewegung und geistige Auslastung einplanen.

Eine gute Ausbildung beginnt bereits im Welpenalter. Dabei lernen die Hunde unter anderem:

  • Grundgehorsam

  • Fährtenarbeit

  • Apportierarbeit

  • Schussfestigkeit

  • Wasserarbeit

  • Sozialverhalten

  • Zusammenarbeit mit dem Hundeführer

Tipps zur Ausbildung und sinnvollen Beschäftigung findest Du auch in unserem Beitrag zur Jagdhundeausbildung.

Für die Arbeit mit dem Hund sind außerdem die richtige Jagdbekleidung und passende Sicherheitsausrüstung besonders wichtig.


Können Jagdhunde Familienhunde sein?

Viele Jagdhunde leben heute als Familienhunde. Trotzdem solltest Du den Jagdtrieb niemals unterschätzen. Jagdhunde brauchen klare Führung, Beschäftigung und ausreichend Bewegung.

Wer diese Bedürfnisse erfüllt, bekommt einen loyalen und intelligenten Begleiter. Welche Jagdhunderassen besonders familienfreundlich sind, erfährst Du auch in unserem Beitrag über Jagdhunde als Familienhunde.


Jagdhunde sind unverzichtbare Helfer bei der Jagd

Jagdhunde übernehmen wichtige Aufgaben bei der waidgerechten Jagd und unterstützen den Menschen seit Jahrhunderten. Ob Vorstehhund, Schweißhund, Terrier, Dackel oder Retriever – jede Jagdhunderasse wurde für bestimmte Aufgaben gezüchtet und besitzt besondere Fähigkeiten.

Mit ihrer Intelligenz, Ausdauer und engen Zusammenarbeit mit dem Menschen sind Jagdhunde weit mehr als nur Begleiter im Revier. Sie sind echte Partner bei der Jagd.


Jagdhunde richtig absichern

Jagdhunde sind im Revier vielen Risiken ausgesetzt – ob bei der Nachsuche, auf der Drückjagd, bei der Wasserarbeit oder im dichten Gelände. Trotz guter Ausbildung können Verletzungen nie ganz ausgeschlossen werden.

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Zuletzt geändert: 15. Juni 2026

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Kira Janin Baumann
Jagd-Expertin
 
Kira Janin Baumann ist erfahrene Jägerin und Hundeführerin aus Schleswig-Holstein mit fundierter praktischer Expertise in der Jagd- und Jagdhundeausbildung. Sie führt eine 1,5-jährige Deutsch-Langhaar-Hündin, die sie als Erstlingsführerin eigenständig jagdlich ausgebildet hat und regelmäßig im Revier einsetzt. Ihre tägliche Revierpraxis und Ausbildungserfahrung bilden die fachliche Grundlage für Inhalte rund um Jagd, Jagdhunde, Haltung, Ausbildung und Absicherung.

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